Rauchmelder

Jedes Jahr kommen in Deutschlandrund 600 Menschen bei Bränden ums Leben, sagtStefan Schweda vom Gesamtverbandder Versicherungswirtschaft(GDV) inBerlin. Die meisten Opfer sterben allerdings nicht durch die Flammen, sondern an einer Rauchgasvergiftung – Rauchmelder hätten sie retten können.
Der laute Alarm eines Rauchmelders warnt sicher vor tückischem Brandrauch, der sich lautlos und blitzschnell in der Wohnung ausbreitet. ,,Krach und Lärm sind besonders
nachts wichtig~~, sagt Susanne Woelk von der Aktion „Das Sichere Haus“ (DSH) in Hamburg. Denn im Schlaf nimmt der Mensch Gerüsche nicht wahr. Dies habe zur Folge, dass Schlafende das hochgiftige Kohlenmonoxid einatmen, das fast immer im Rauch vorhanden ist. Nach nur drei Atemzügen kann Kohlenmonoxid bereits zur Bewusstlossigkeit führen, nach etwa zehm Atemzügen ist ein Mensch tot.
Rauchmelder sind kleine Geräte, die Rauchpartikel in der Luft mit Hilfe von Sensoren erkennen. Je nach Größe der Wohnung oder des Hauses sollte als Mindestausstattung in jedem Stockwerk ein Rauchmelder im Flur angebracht werden. Empfehlenswert sind zusätzliche Rauchmelder in Kinder- und Schlafzimmern. Für Küche und Bad eignen sich Rauchmelder dagegen nicht: Bratdünste und Wasserdampf können schnell einen Fehlalarm auslösen.
,,Nicht vergessen werden sollte auch die Ausstattung von Keller- und Dachräumen mit Brandmeldern“, rät Klaus Jung vom Fachverband Energie- Marketing und -Anwendung in Frankfurt/Main. Nur so könnten
weiter entfernt liegende Brandherde entdeckt werden. Montiert werden die Melder immer an der Decke, da Rauch nach oben steigt. Ideal ist die Raurnmitte. „Zu kaufen gibt es gute Warngeräte schon für zehn Euro“, sagt Woelk. Ideal sind batteriebetriebene Rauchmelder, die auch dann funktionieren, wenn der Strom ausfällt. Bei guten Rauchmeldern ertönt zudem automatisch und längere Zeit ein Warnsignal, wenn die Batterie ausgetauscht werden muss. Normalerweise hält eine Batterie bis zu drei Jahre lang. Sicherheitshalber sollte sie aber jedes Jahr erneuert werden. Rauchmelder gibt es auch mit 230-Volt-Netzanschluss. ,,Diese Geräte sind aber vor allem für Neubauten zu empfehlen, da hier die notwendige Installation unter Putz verlegt werden kann“, sagt Jung. Wichtig ist, dass die Rauchmelder Initeinander vernetzt sind: Löst ein Melder Alarm aus, geben alle anderen Geräte ebenfalls laut. Dadurch lässt sich beispielsweise ein Schwelbrand im Keller rechtzeitig entdecken. Bei einer „Insellösung“ dagegen wird ein Alarm aus dem Keller leicht überhört. „Der Einbau von Rauchmeldern in private Wohnräume ist in anderen europäischen Ländern langst Pflicht“, sagt Stefan Schweda vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. In Deutschland gibt es derartige Vorschriften erst in sechs Bundesländern: Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland- Pfalz, Saarland, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Deutsche Norm DIN EN 14604 basiert auf der Europäischen Produktnorm EN 14604 und legt Anforderungen, Prüfverfahren sowie Leistungskriterien für Rauchwarnmelder (umgangssprachlich auch als Heimrauchmelder bezeichnet) fest. Diese Geräte, deren Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung auf nationaler Ebene in der Anwendungsnorm DIN 14676 geregelt werden, sind für Anwendungen in Haushalten oder für vergleichbare Anwendungen im Wohnbereich vorgesehen.

Bei Rauchwarnmeldern erfolgt die Alarmierung im Falle eines Brandes akustisch. Der Schallgeber muss dabei im Rauchwarnmelder integriert sein und die Schallemission muss mindestens 85 dBA in 3 m Entfernung betragen. Rauchwarnmelder, wie sie in der DIN 14676 beschrieben werden, können sowohl als Einzelmelder als auch mit anderen Rauchwarnmeldern über Funk oder Kabel vernetzt eingesetzt werden. Vorteil: Im Brandfall wird man auch alarmiert, wenn der betroffene Raum z.B. in einer anderen Etage liegt und man den Alarmton eines nicht vernetzten Melders sonst nicht hören könnte. Die Norm lässt aber nicht den Einsatz als Brandmelder an einer BMA zu.

Im Gegensatz zu Brandmeldern, die über Brandmeldeanlagen Brandausbrüche an die Feuerwehr melden sollen, haben die Heimrauchmelder die vorrangige Aufgabe, Personen, die sich in Räumen aufhalten, vor etwaigen Bränden zu warnen. Besonders schlafende Personen sind gefährdet, einen Brand nicht im Anfangsstadium zu bemerken, und können dadurch leicht zu Schaden kommen. Sie dienen daher eher dem Personen- als dem Sachschutz.

Installation in Wohnräumen [Bearbeiten] In Privathaushalten sind Rauchwarnmelder im Flur zu montieren, sofern es sich um einen Fluchtweg handelt. Weiterhin muss sich mindestens je ein Melder in allen Schlafbereichen und Kinderzimmern befinden. In mehrgeschossigen Gebäuden sollte in jedem Geschoss mindestens ein Rauchwarnmelder installiert sein. Küche und Bad können ausgenommen werden, da Wasserdämpfe zu Falschalarmen führen. Hier können aber Wärmemelder (Thermomelder) eine optimale Absicherung schaffen. Diese lösen allerdings im Vergleich zu Rauch(warn)meldern im Brandverlauf sehr spät aus. Für Schwelbrände mit sehr geringer Hitzeentwicklung sind sie daher ungeeignet.

Melder, die mit der Erkennung von Rauch arbeiten, sollten grundsätzlich an der höchsten Stelle des Raumes installiert werden, da Rauch nach oben steigt.

Bei der Montage in einem spitz zulaufenden Dachraum (Dachspitz) darf der Melder niemals am obersten Punkt (im Spitz) angebracht werden, da sich durch die aufsteigende warme Raumluft ein sogenanntes Wärmepolster bildet, das dafür sorgt, dass Rauch nie bis an den obersten Punkt gelangt. Gemäß DIN VDE 0833-2 sind Melder deshalb ab einer gewissen Raumhöhe nicht direkt an Decken, sondern mit Abstand „abzupendeln“.

Wenn man im Privatbereich in einem spitz zulaufenden Dachraum Melder an einem niederen Dachbalken befestigt, so sollte dieser zwischen 30 und 50 cm niedriger als der höchste Raumpunkt liegen, damit sich für ein zuverlässiges Auslösen Rauch in ausreichender Konzentration sammeln kann. Wird der Melder an einer geneigten Dachschräge angebracht, ist neben der Montagehöhe zu beachten, dass der Melder waagerecht montiert sein muss. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Rauch durch den Melder hindurchzieht, ohne ein Ansprechen zu bewirken.

Das Anstreichen des Rauchmelders mit Farbe muss unterbleiben, da die Gefahr besteht, dass Farbe die Lufteingangsschlitze verstopft und dann kein Rauch mehr eindringen kann. Hersteller bieten aber verschiedene Formen und Farben von Meldern an, so dass jeder Geschmack befriedigt werden kann. Oft ist dabei nicht der ganze Melder neu zu kaufen, meistens braucht nur das Gehäuse ausgetauscht zu werden.

Batteriebetriebene Rauchwarnmelder verwenden Alkali-Batterien aufgrund der hohen Kapazität und langen Lagerfähigkeit. Liefern die Batterien keinen Strom mehr, ist auch der Rauchwarnmelder außer Funktion. Normalerweise erinnern solche Melder an einen Batteriewechsel durch ein Tonsignal. Verfügen die Melder nicht über diese Funktion, sind sie nicht nach EN 14604 gebaut und geprüft. Discounter bieten oft diese Billig-Versionen an. Ein Melder, der nach o.g. Norm gebaut und zugelassen ist, ist in der Regel nicht unter 5 Euro zu bekommen. Alternativ können auch Lithium-Batterien eingesetzt werden, mit denen sich sowohl der Preis der Batterie als auch ihre Betriebsdauer etwa verdoppelt (gegen Alkaline). Somit bleibt dem Benutzer ein Batteriewechsel bis zu zehn Jahre lang erspart. Häufig werden solche Melder als 10-Jahres Melder angeboten, doch eine Garantie bekommt man dafür in den seltensten Fällen.

Probleme mit Rauchwarnmeldern

In Deutschland wurde im Dezember 2004 bekannt, dass es sich bei einer großen Anzahl von Rauchmeldern, um wirkungslose, in China hergestellte Produktimitate mit gefälschten Prüfsiegeln der Stiftung Warentest oder des VdS gehandelt hat. Die Melder waren im Herbst 2004 bei Aldi, Praktiker und weiteren Märkten zum Preis von 3 bis 4 Euro verkauft worden. Allein bei Aldi Süd wurden über 370.000 solcher Geräte verkauft. Es wurde vermutet, dass insgesamt mehrere Millionen dieser Geräte auf den deutschen Markt kamen. Bei allen bis Anfang 2005 aufgetauchten fehlerhaften Meldern ist als Produktionsdatum der 10. Mai 2004 ins Gehäuse eingeprägt.

Laut Aussage eines Vertreters der Versicherungswirtschaft verlieren Käufer der Plagiate aber nicht ihren Brandversicherungsschutz, da sie im guten Glauben gehandelt haben. Ob allerdings Versicherungen tatsächlich eine Versicherungsleistung ablehnen oder mindern können, ist umstritten.

Dennoch sollte man darauf achten, einen optischen Rauchmelder mit VdS-Prüfzeichen zu erwerben. Diese Geräte sind auf Funktions- und Störsicherheit geprüft und lösen bereits ab einer Rauchdichte von etwa 1,1 % aus. Darüber hinaus sind VdS-geprüfte Rauchmelder ausreichend gegen Falschalarme durch Insekten und Lichteinfall geschützt. Ebenfalls sollte beim Kauf auf die Herstellung und die Prüfung des Melders nach EN 14604 geachtet werden.

Ein Test des Melders mit Zigarettenqualm ist keine valide Prüfung, da im Rauch enthaltene Schwebeteilchen (zum Beispiel Teer und Asche) die Sensoren des Melders verschmutzen und dabei die Funktion des Melders bis zur Unbrauchbarkeit stören können.

Rauchwarnmelderpflicht in Deutschland

Da Baurecht in Deutschland Länderrecht ist (Landesbauordnung), sind die Regelungen uneinheitlich, viele Bundesländer haben keine Pflicht zur Ausstattung mit Rauchwarnmeldern und sehen dies auch in den nächsten Jahren nicht vor. Aktuell haben neun Bundesländer (Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bremen und Sachsen-Anhalt) eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume.

Bundesland Landesbauordnung Datum der Einführung Bemerkung
Rheinland-Pfalz § 44 Absatz 8 (LBauO RP)
Landesbauordnung des Landes Rheinland-Pfalz
22. Dez. 2003 Gilt für Neu- und Umbauten von Wohnungen. Zusätzlich müssen seit dem 4. Juli 2007 auch Bestandsbauten mit Rauchwarnmeldern nachgerüstet werden (Frist: 5 Jahre).
Saarland § 46 Absatz 4 (LBauO)
Landesbauordnung Saarland
18. Feb. 2004 Gilt für Neu- und Umbauten von Wohnungen.
Schleswig-Holstein § 49 Absatz 4 (BauO S-H)
Landesbauordnung Schleswig-Holstein
1. Jan. 2005 Gilt für Neu- und Umbauten von Wohnungen. Zusätzlich müssen bis Ende 2010 alle bestehenden Wohnungen des Bundeslandes über Rauchwarnmelder verfügen.
Hessen § 13 Absatz 5 (HBO)
Hessische Bauordnung
24. Juni 2005 Gilt für Neubauten mit Wohnnutzung. Zusätzlich müssen bis Ende 2014 alle bestehenden Wohnungen des Bundeslandes über Rauchwarnmelder verfügen.
Hamburg § 45 Absatz 6 (HBauO)
Hamburgische Bauordnung
7. Dez. 2005 Gilt für Neu- und Umbauten von Wohnungen. Zusätzlich müssen bis Ende 2010 alle bestehenden Wohnungen des Bundeslandes über Rauchwarnmelder verfügen.
Mecklenburg-Vorpommern § 48 Absatz 4 (LBauO)
Mecklenburg-Vorpommersche Landesbauordnung
18. Apr. 2006 Gilt für Neu- und Umbauten von Wohnungen. Zusätzlich müssen bis Ende 2009 alle bestehenden Wohnungen des Bundeslandes über Rauchwarnmelder verfügen.
Thüringen § 46 Absatz 4 (ThürBO)
Landesbauordnung Thüringen
5. Feb. 2008 Rauchmelderpflicht in Neubauten sowie genehmigungspflichtigen Umbauten.
Bremen § 48 Absatz 4 (LBauOHB)
Bremische Bauordnung
22. Dez. 2009 Rauchmelderpflicht in Neu- und Bestandsbauten. Die Nachrüstpflicht für Bestandsbauten läuft am 31. Dezember 2015 ab.
Sachsen-Anhalt § 47 Absatz 4 (BauO LSA)
Landesbauordnung Sachsen-Anhalt
21. Dez. 2009 Rauchmelderpflicht in Neu- und Bestandsbauten. Die Nachrüstpflicht für Bestandsbauten läuft am 31. Dezember 2015 ab.

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